
Gießen, 5.10.2026 – Bürgerinitiative startet Spendenkampagne für Normenkontrollantrag gegen Rechenzentrum-Pläne am „Katzenfeld“
Die Bürgerinitiative zum Schutz des Katzenfelds hat eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um einen Normenkontrollantrag gegen den umstrittenen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Ziel der Initiative sei es, den geplanten Bau eines großflächigen Rechenzentrums im Außenbereich juristisch zu stoppen und den wertvollen Naherholungsraum sowie das lokale Ökosystem zu bewahren.
Nachdem alle bisherigen Gespräche und Einwendungen im politischen Raum ohne den gewünschten Erfolg geblieben sind, sehen die Bürgerinnen und Bürger in dem Gang vor das Oberverwaltungsgericht den letzten Ausweg. Um die anwaltlichen und gutachterlichen Kosten für das komplexe Verfahren stemmen zu können, ist die Initiative nun auf finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen.
„Wir kämpfen hier nicht nur gegen den Verlust eines einzigartigen Natur- und Lebensraumes, sondern auch für einen besonnenen Umgang mit unseren Ressourcen wie Energie und Wasser, die ein Rechenzentrum in diesem Ausmaß massiv belasten würde“, erklärt ein Sprecher der Bürgerinitiative. „Jeder Euro hilft uns dabei, diesem Projekt rechtlich Paroli zu bieten.“
Gespendet werden könne hier per Lastschrift, Kreditkarte oder Paypal:
www.startnext.com/eilklage-rz-gi
Hintergrund
Gießen stehe vor einem umstrittenen Großprojekt: Im Gebiet Katzenfeld soll ein 6 Hektar großes, 30 Meter hohes und auf 65 Megawatt ausgelegtes Rechenzentrum entstehen. Gegen diese Pläne hat sich nun massiver Widerstand formiert. Nun wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um rechtliche Schritte gegen das Vorhaben einzuleiten.
Die Initiatoren des Protests zeichnen ein düsteres Bild der Folgen: Das geplante Rechenzentrum werde mehr Strom verbrauchen als die gesamte Stadt Gießen. Zudem drohten den Anwohnern Dauerlärm sowie eine starke Aufheizung der Umgebung durch Abwärme, von der laut den Planungen lediglich 8 Prozent als Fernwärme nutzbar seien. Besonders kritisiert wird die Belastung für die Jüngsten: „Anwohner*innen, besonders aber auch Kinder in den unmittelbar angrenzenden Kindergarten und Grundschule werden unter Lärm leiden.“
Hinter der Kritik steht auch eine grundsätzliche Skepsis gegenüber der Verhältnismäßigkeit des Projekts: „Für ein Projekt, das den Profiten weniger nutzt muss mal wieder die Allgemeinheit leiden. Es gibt dringende Probleme auf der Welt (Ungleichverteilung von Ressourcen, Klimakrise, Kriege…), die sich nicht mit Rechenleistung und Wirtschaftswachstum um jeden Preis lösen lassen.“
Da der Bebauungsplan seit dem 5. Oktober 2026 gelte, dränge laut den Initiator*innen die Zeit. Bald rollen nach Angaben der Initiative 20.000 LKW-Ladungen an, und der Mutterboden droht zerstört zu werden. Um dies zu verhindern, soll nun auf dem Klageweg ein Stopp erwirkt werden.
Die Erfolgsaussichten werden von den Initiatoren nach einer ersten Vorprüfung als realistisch eingeschätzt: „Wir sehen in einem Normenkontrollantrag eine reelle Chance, den Bebauungsplan gerichtlich zu kippen, da er nach einer ersten Vorprüfung an mehreren gravierenden rechtlichen Mängeln leidet.“
Verwendung der Spenden
Das gesammelte Geld solle direkt in das anstehende Eilverfahren gegen den Bebauungsplan fließen. Ziel sei es, das Projekt zunächst zu verzögern und mittelbar komplett zu stoppen. Sollte das Gericht dem Kläger recht geben, werde die Stadt zur Rückerstattung der Verfahrenskosten verpflichtet, in dem Fall „werden die von der Stadt zurückerstatteten Verfahrenskosten an eine gemeinnützige Organisation gespendet.“
Die Spendenkampagnen ist hier zu finden:
www.startnext.com/eilklage-rz-gi

Visualisierung einer möglichen Realisierung des Rechenzentrums

